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Montage des Rades
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Ventil prüfen

Bevor wir uns an die Arbeit machen und die Räder abmontieren, kontrollieren wir erst einmal, ob der Fehler nicht am Ventil liegt. Es gibt vier verschiedene Ventilsorten, von denen jedes wieder eine Unzahl von Namen hat. Kein Wunder, dass man da ständig alles durcheinander bringt!
An Touren- und Alltagsvelos kommt das französische Ventil, (auch "Presta" und "Sclaverand" genannt), am häufigsten vor. Es ist dünn und spitz und muss zum Pumpen aufgeschraubt werden. Auch zum Luftablassen muss man es aufschrauben und dann mit dem Finger das Köpfchen runterdrücken. Da das französische Ventil sehr schmal ist, kann es leicht verbogen werden und lässt sich dann nicht mehr richtig zuschrauben. Resultat: langsam, langsam, (es kann vielleicht Tage gehen), entweicht die Luft. Nur sehr selten lässt sich der verkrümmte Teil des Ventils auswechseln, da die meisten französischen Ventile an einem Stück sind. (Gut einschrauben, sonst geht langsam, langsam die Luft raus...) Dort, wo sich das verkrümmte Ventilteil nicht auswechseln lässt, bleibt einem nichts anderes übrig, als es mit einer Flachzange vorsichtig geradezubiegen (Achtung: bricht gerne!)
Mountainbikes haben oft Autoventile, (auch "Schrader" oder "amerikanisches Ventil" genannt). Es ist das dickste aller Ventile und geht höchst selten kaputt. Praktisch ist auch, dass sich Velos mit Autoventilen an Tankstellen pumpen lassen. Sollte ein Autoventil doch einmal "rinnen", liegt es meist am inneren Stift, der sich gelockert hat. Der muss im Uhrzeigersinn gut festgezogen werden. In Auto- und Velowerkstätten gibt es ein kleines Spezialwerkzeug dafür. Notfalls geht's auch mit einem feinen Schraubenzieher... ist aber ein bisschen ein Murks.
Die deutschen Ventile (oder "Dunlop") sind noch häufig an älteren Velos anzutreffen. Sie lassen sich ganz auseinanderschrauben und sind berüchtigt für ihre Ventilschlüüchli, die immer wieder morsch werden. Zuerst wird die Überwurfmutter abgeschraubt, dann das Ventilinnenteil herausgezogen. Jetzt sieht man das fleischfarbene Ventilschlüüchli. Wenn es brüchig ist oder gar Löcher hat, muss es ausgewechselt werden. Das neue Schläuchlein muss etwa 15 mm lang sein und muss ganz über die konische Verdickung im Ventilinnenteil gezogen werden. Das geht ziemlich streng, und manchmal hilft etwas Spucke. Es gibt auch Ventile mit dem gleichen Aufbau wie die deutschen Ventile, aber ohne Ventilschlauch ("Blitzventile"). Stattdessen ist ein kleiner schwarzer Dichtungsring zu sehen. Wenn hier die Dichtung kaputt ist, muss das ganze Ventil ausgewechselt werden. Deutsche- oder Blitzventile lassen sich einfach prüfen: Die angefeuchtete Fingerspitze sanft aufs Ventil legen, mit etwas Glück lässt sich die rausblubbernde Luft spüren. (Ein ganz winziges Loch ist leider nicht zu spüren.) Typisch für defekte Ventile ist das ganz langsame Entweichen der Luft innert einiger Tage. (Kann zwar auch ein Miniloch im Schlauch sein, leider!) 


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Demontieren des Rades

Damit der defekte Schlauch herausgenommen werden kann, muss zuerst das Rad abmontiert werden.
Viele neuere Velos sowie Rennvelos und Mountainbikes haben sogenannte Schnellspanner, die es mit einem Handgriff und ohne Werkzeug ermöglichen, das Rad rauszunehmen.

                     Schnellspanner aufklappen                      Schnellspanner zuklappen
Der Schnellspanner muss immer gut sitzen: Wenn er zu locker ist, kann das Rad rausfallen! Das Nachziehen ist simpel: Schnellspanner aufklappen und die Mutter auf der Gegenseite im Uhrzeigersinn etwas anziehen.
Wenn die Räder mit herkömmlichen Sechskantmuttern versehen sind, braucht es erst mal geeignetes Werkzeug. In den Satteltäschchen der Velos befindet sich oft dieser schreckliche Zehnlochschlüssel, auch "Knochen" genannt, kein Wunder, wenn es mit diesem Universalding nicht geht. Er ist zu kurz und zu schwach, und das müssen Sie alles kompensieren! Besser, Sie nehmen einen gewöhnlichen Gabelschlüssel, (günstig in jedem Do-it-your-self zu kriegen). Die allermeisten Radmuttern werden mit einem 15-er-Schlüssel gelöst. Am besten wählen Sie daher einen Gabelschlüssel mit der Maulweite 14-15. In ganz seltenen Fällen braucht es die Grösse 12-13 oder 16-17.

Die Radmuttern werden immer im Gegenuhrzeigersinn gelöst. Mit Gegenuhrzeigersinn meine ich, wenn Sie die Mutter direkt von vorne anschauen, Ihre Nase also genau auf die Mutter zielt. Halten Sie den Schlüssel möglichst weit hinten, so haben Sie mehr Hebelkraft. Falls sich jetzt die Mutter immer noch nicht lösen will, weil eventuell Rost auf dem Gewinde ist, empfehle ich einige Tropfen Kriechöl. Falls der Pneu immer noch voll Luft ist, kann es sein, dass man beim Herausheben des Rades nicht an den Bremszangen vorbeikommt. In diesem Fall muss die Luft abgelassen werden.
Beim Herausnehmen des Hinterrades ergibt sich noch ein weiteres Hindernis: die Schaltung. Die meisten Velos haben heutzutage eine Kettenschaltung, was weniger kompliziert ist, als es auf den ersten Blick wirkt. Hier muss man sich beim Herausnehmen des Rades hauptsächlich den Verlauf der Kette merken, damit das Rad wieder korrekt eingebaut werden kann. Es empfiehlt sich, die Schaltung vorher in den schwersten Gang zu stellen, so dass die Kette auf das kleinste Ritzel zu liegen kommt: So ist der Ein-und Ausbau leichter. Merken sie sich, wie die Kette ein doppeltes "Z" beschreibt, wie sie über Ritzel und durch die Wechsellaufräder läuft. Bei Nabenschaltungen gibt es in der Regel nur ein Ritzel - dafür kommt oft eine kleine Kette aus der Nabe, die mit dem Schaltkabel verbunden ist. Das Schaltkabel muss vom Schaltkettchen abgeschraubt werden, bevor das Rad abmontiert wird.
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Demontage des Reifens

Das Rad ist abmontiert. Bevor nun der Reifen abgenommen wird, muss zuerst die Rändelmutter des Ventils entfernt werden. Französische und deutsche Ventile haben in der Regel solche Rändelmuttern, die dafür sorgen, dass die Ventile schön gerade auf der Felge sitzen. Bei deutschen- oder Blitzventilen müssen sämtliche Ventilteile abgeschraubt werden.
Zuerst wird der Reifen über den Felgenrand der einen Radseite gezogen. Dazu braucht es Reifenheber. Reifenheber gibt es aus Stahl oder Plastic. Bei Reifenhebern aus Stahl besteht die Gefahr, dass der Schlauch zusätzlich verletzt wird. Mit einem Reifenheber wird unter den Mantel gegriffen, aber nur grad so weit, bis der drahtverstärkte Rand angehoben werden kann. Wer weitermurkst, macht den Schlauch kaputt! Am andern Ende des Reifenhebers ist ein kleiner Haken, dieser wird an der nächstgelegenen Speiche verankert. Der zweite Reifenheber wird ca. eine Handbreit vom ersten angebracht. Meist genügen schon zwei angesetzte Reifenheber, um den Reifen von der Felge lösen zu können. Drei brauchts nur selten.
Um das Rad von der Felge zu nehmen, braucht es weder Kraft noch Gewalt! Setzen Sie sich auf einen Stuhl. Stellen Sie sich das Rad zwischen die Beine. Dank der Reifenheber haben wir nun einen fingerbreiten Spalt zwischen Felge und Pneu. Genau dort stecken sie Ihre Finger hinein (Natürlich NICHT den Daumen!) Nun spüren Sie das Profil des Reifens auf dem Handballen. Drücken Sie den Reifen mit einer geraden Bewegung (nicht rund um die Felge würgen!) nach unten. Der Spalt weitet sich automatisch aus, so dass die Pneuhebel rausfallen. Weiten Sie nun den Spalt weiter aus, bis der Reifen auf dieser Seite offen ist. Nun können Sie das Ventil durch das Felgenloch drücken und den ganzen Schlauch herausziehen.
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Reparatur des Schlauchs

Pumpen Sie den herausgenommenen Schlauch auf. Sehen Sie das Loch? Hören Sie, wie die Luft rauszischt? Nein? Dann holen Sie einen Eimer voll Wasser und halten Sie den Schlauch mal rein. Jetzt sollten Sie es eigentlich blubbern sehen. Wenn nein, würgen Sie unter Wasser etwas am Schlauch rum und drücken Sie das Ventil hin und her. (Falls das Loch unmittelbar beim Ventil ist, können Sie den Schlauch wegwerfen: ein Flick wird dort nie richtig halten.) Ich gehe nun davon aus, dass Sie ein schönes, grosszügiges und zufriedenstellendes Loch gefunden haben. Markieren Sie die Stelle mit Kugelschreiber und trocknen Sie sie gut ab. Mit einem Stück Schmirgelpapier wird die zu reparierende Stelle aufgerauht und die Vulkanisierlösung gleichmässig auf den Schlauch aufgetragen (die Fläche muss etwas grösser sein, als der Flick der später drauf muss) Jetzt ist Zeit für eine Pause! Die Vulkanisierlösung sollte nämlich vollständig berührtrocken sein, bevor der Flick aufgesetzt wird, und das kann gut und gern sieben Minuten gehen. Diese sieben Minuten dauern sehr lang, wenn man dabei ununterbrochen den Schlauch anstarrt. Nun kann der Flick (gern mit etwas Kraft), angedrückt werden. Man kann den Schlauch gleich wieder pumpen und kontrollieren. Einige der heutigen Schläuche enthalten zu wenig Gummi, so dass kein Flick mehr hält, (vielleicht einer von zehn). Also, man kann mal Pech haben. Selbstklebende Flicken: ich halte sie für wenig zuverlässig und empfehle sie nicht.
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Montage des Reifens

Bevor Sie den Schlauch wieder in den Mantel legen, prüfen Sie nach, ob noch Fremdkörper im Pneu stecken. Schauen Sie von aussen und tasten Sie das Innere des Mantels vorsichtig ab. Wenn zur Hand, kann der Schlauch mit etwas Talcum gepudert werden. Talcum erhöht die Lebensdauer von Gummi. (Babypuder geht übrigens auch, da er hauptsächlich aus Talcum besteht.) Fangen Sie beim Einlegen des Schlauches beim Ventil an. Das Ventil wird von innen durch das Ventilloch geschoben, und der Schlauch wird in den halboffenen Pneu eingelegt. Keine Hektik! Der Schlauch darf nicht verdreht eingelegt werden.
Wenn möglich, sollte der Mantel OHNE Reifenheber wieder in die alte Lage gebracht werden. Setzen Sie sich. Nehmen Sie das Rad vor sich auf den Schoss, so dass das Ventil oben ist. Drücken Sie das Ventil in den Mantel, dass nur die Hälfte des Ventils rausschaut.
Montage des Pneus ohne ReifenheberBeginnen Sie nun mit beiden Händen den Mantel über den Felgenrand zu ziehen. Fahren Sie mit beiden Händen regelmässig den Reifen nach hinab und drücken Sie ihn weiterhin in die Felge. Das letzte Stück geht am schwersten: Drehen Sie das Rad um, so dass die letzte offene Stelle nun oben ist. Nehmen Sie beide Hände gleichzeitig: mit dem linken Daumen drücken Sie auf den Pneu, und mit der rechten Hand drücken Sie auf Daumen und Pneu. Notfalls brauchts doch Pneuheber. Aber Vorsicht, dass Sie den Schlauch nicht verletzen! Sitzt der Pneu gleichmässig auf der Felge? Gerade in Ventilnähe kann es zu einer hässlichen Ausbuchtung kommen. In diesem Fall muss die Luft wieder abgelassen, das Ventil in die Felge gedrückt, und von der andern Seite der Pneu in die Felge gedrückt werden.
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Montage des Rades

Achten Sie darauf, dass das Rad gerade im Rahmen, bzw. in der Gabel ist. Bremsen und Schutzbleche können schief sein und sind daher schlechte Orientierungspunkte. Halten Sie mit der einen Hand das Rad in der richtigen Position fest, und ziehen Sie die beiden Radmuttern abwechslungsweise an.
 

Kleine Information zu Reifennormen

Ein und derselbe Pneu kann auf drei verschiedene Arten beschriftet sein:
z.B. Englisch: 26 x 1 3/8 x 1 1/4 oder Französisch: 650 x 32A oder Europäisch 32 - 590

Alle drei Bezeichnungen bedeuten dasselbe.
rot: Durchmesser bei aufgepumptem Reifen in Zoll oder Milimetern. blau: Durchmesser der Felge an der Stelle, wo der Pneu aufliegt.
grün: Pneubreite in Zoll oder Milimetern
violett: Pneuhöhe in Zoll
blaugrün: Felgentyp
Die englische Bezeichnung ist am wenigsten genau, und es kann zu Fehlkäufen führen, wenn man sich einzig an ihr orientiert. Es gibt zum Beispiel Reifen mit der Bezeichnung 24 x 1 3/8, die untereinander NICHT kompatibel sind. Am besten ist die europäische Norm.

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